Steuertricks, schräge Ausreden und ein Ex mit Kontrollzwang – unsere Herbstkomödie sorgte für turbulente Theaterabende.
Als sich nach fünf voll besetzten Aufführungen am 18. Oktober der Vorhang in der Rambacher Mehrzweckhalle zum letzten Mal schloss, konnten die Lohengriner wieder mal auf eine erfolgreiche Produktion zurückblicken. Friseurmeisterin Moni (Svenja Graf), muss seit der Auswanderung ihres besten Mitarbeiters Silvio (Jürgen Gebhardt) in ihrem Salon „HaarMoni“ alles selbst machen, wie ein „Duracell-Hase auf Speed“. Die treue Stammkundin Dagmar Schiller (Silvia Ortner) ist auch deutlich unzufrieden mit dem Service.
Die neue Assistentin Celina (Andrea Schäfer) ist auch keine große Hilfe und darf zunächst nur an Monis Ehemann Torsten (Sebastian Graf) üben. Der wiederum greift seit Jahren kreativ in die Steuererklärungen seiner Frau ein, was sich in der weiteren Handlung als fatal erweist. Eine über Wochen verschlampte Ankündigung und deshalb unmittelbar vor der Tür stehende Steuerprüfung beschleunigt die Handlung. Schnell werden noch von der Steuer abgesetzte Luxus-Gegenstände aus der heimischen Wohnung in den Salon geschleppt.
Als dann Frau Schramm (Kathrin Fröhlich) als „schriftlich angekündigt“ im Salon auftaucht, wird sie für die Frau vom Finanzamt gehalten und man versucht, sie von der Arbeit abzulenken. Das scheint zu klappen, bis sich herausstellt, dass Frau Schramm ihren ersten Außendienst als Vertreterin für Salon-Einrichtungen absolviert.
Die Überraschung folgt umgehend: es kommt der „echte“ Steuerprüfer Sven Stanz (Arkadi Syrov), fatalerweise ein Schulkamerad von Moni und Torsten, zudem der abservierte Ex-Freund von Moni, der nicht gerade freundlich an die Prüfungsaufgabe herangeht. Erwartungsgemäß stoßen Rechnungen über private Botox-Behandlungen als Reparaturkosten, Saufgelage im „Hirsch“ und Bewirtungskosten für den „Wachhund“ Daisy nicht auf Verständnis.
Das Torsten den ehemaligen Mitarbeiter Silvio immer noch auf der Lohnliste führt und dazu noch Monis 85-jährige Tante auf dem Papier als Putzfrau beschäftigt führt dazu, dass Torsten einen Rollenwechsel vornimmt und als „Silvio“ verkleidet dem Steuerprüfer Anwesenheit vorgaukelt. Stammkundin Gisela Heck (Jutta Goebel) muss zusätzlich als Tante Grunhilde herhalten.
Daraus ergeben sich kuriose Situationen, vor allem, wenn der falsche Silvo Hand an die Kundschaft legt. Die ohnehin schon hysterische Braut Anna (Steffi Giebermann) wird katastrophal verunstaltet und Taylor Swift-Fan Katharina (Patty Harsch und Emelie Bauer im Wechsel) wird mit falscher Haarfarbe ausgestattet.
Nachdem der echte Silvio zurückkehrt und in den Salon hineinplatzt, fliegt der Schwindel schnell auf und Sven nimmt sich „sämtlich Steuerunterlagen der letzten 10 Jahre zur eingängigen Prüfung“ mit ins Finanzamt. Soweit kommt es aber nicht, ein Müllfahrzeug fährt in sein beladenes Auto hinein welches in Flammen aufgeht. Da die Unterlagen nicht mehr zur Verfügung stehen, kann nur eine recht milde Steuerschätzung vorgenommen werden, die Moni dankbar annimmt.
Die Spielfreude des Ensembles, mit einigen neuen Gesichtern auf der Lohengrin-Bühne war deutlich zu spüren, das Publikum erlebte unterhaltsames Amateurtheater. Die Rolle der Katharina musste kurz vor der Premiere wegen des krankheitsbedingten Ausfalls der Darstellerin nachbesetzt werden, die Ersatz-Swifties retteten jedoch die Aufführungen bravourös. Souffleuse Elsbeth Rinast unterstützte bei Bedarf, Regisseur Armin Giebermann konnte sehr zufrieden sein.
Das mit viel Aufwand erzeugte gemütliche Ambiente in der Mehrzweckhalle und dem Lohengrin-Foyer, sowie das einfallsreiche Angebot an Speisen und Getränken vom Catering-Team sorgten für entspannte Aufenthaltsqualität. Spenden wurden gesammelt, die Initiative „Schulpaten helfen“ darf sich erneut über Unterstützung freuen. Der Rückbau des Lohengrin-Theaters in die nüchterne Turnhalle war für die Aktiven wie immer mit etwas Wehmut begleitet, eine lange Zeit der gemeinsamen Vorbereitung und Probenarbeit ging zu Ende. Die Lohengriner arbeiten aber bereits an der nächsten Produktion.
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